Studienausgabe und Bibliographie

Seit 2009 erscheint eine Studienausgabe ausgewählter Schriften Otto Friedrich Bollnows in 12 Bänden im Verlag Königshausen & Neumann. Die Herausgeberinnen und Herausgeber sind Ursula Boelhauve, Gudrun Kühne-Bertram, Hans-Ulrich Lessing und Frithjof Rodi. Im März 2021 ist der 12. Band erschienen. Die Studienausgabe liegt damit vollständig vor.

Die zentrale Zielsetzung der Studienausgabe besteht darin, grundlegende systematische Schriften aus Bollnows philosophischem und pädagogischem Schaffen, die zu großen Teilen seit Jahren nicht mehr im Buchhandel erhältlich sind, kompakt zusammenzustellen und so einer interessierten Leserschaft neu zugänglich zu machen.

Die ersten sechs Bände der Ausgabe stellen zentrale philosophische Werke in den Mittelpunkt. Die Bände 7 bis 9 rücken maßgebliche pädagogische Schriften Bollnows in den Blickpunkt des Interesses. Die letzten drei Bände beinhalten grundlegende Abhandlungen Bollnows aus dem Bereich der Theorie der Geisteswissenschaften und der hermeneutischen Philosophie.

Folgende Schwerpunkte wurden in den einzelnen veröffentlichten Bänden gesetzt:

  • Band 1: Das Wesen der Stimmungen (2009)
  • Band 2: Die Ehrfurcht; Wesen und Wandel der Tugenden (2009)
  • Band 3: Einfache Sittlichkeit; Maß und Vermessenheit des Menschen (2009)
  • Band 4: Lebensphilosophie und Existenzphilosophie (2009)
  • Band 5: Neue Geborgenheit – Das Problem einer Überwindung des Existentialismus (2011)
  • Band 6: Mensch und Raum (2011)
  • Band 7: Anthropologische Pädagogik (2013)
  • Band 8: Existenzphilosophie und Pädagogik; Krise und neuer Anfang (2014)
  • Band 9: Sprache und Erziehung; Das Verhältnis zur Zeit; Vom Geist des Übens (2017)
  • Band 10: Dilthey; Zur hermeneutischen Logik von Georg Misch und Hans Lipps (2019)
  • Band 11: Zur Philosophie der Geisteswissenschaften (2020)
  • Band 12: Philosophie der Erkenntnis; Späte Aufsätze zur hermeneutischen Philosophie (2021)

Das Werk Otto Friedrich Bollnows umfasst insgesamt über 40 Bücher und Editionen, mehr als 300 Aufsätze sowie knapp 200 Besprechungen.

Bibliographische Angaben zu Bollnows Werk liegen vor in Otto Friedrich Bollnow im Gespräch (1983). Hrsg. von Hans-Peter Göbbeler/Hans-Ulrich Lessing. Mit einem Vorwort von Frithjof Rodi. Freiburg/München: Alber, S. 91-132.

Eine Überarbeitung und Weiterführung dieser Bibliographie findet sich in: Ursula Boelhauve (1997): Verstehende Pädagogik. Die pädagogische Theorie Otto Friedrich Bollnows aus hermeneutischer, anthropologischer und ethischer Sicht im Kontext seiner Philosophie. Mit einer Bibliographie der deutschsprachigen Schriften O.F. Bollnows. Alsbach/Bergstr.: LTV-Verl. , S. 465-515.

Zahlreiche Schriften aus dem Gesamtwerk Bollnows werden, sofern verlagsmäßig zulässig, auf der Homepage der Otto-Friedrich-Bollnow Gesellschaft als Download bereitgestellt.

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Die Anfänge

Anklam
Anklam

Otto Friedrich Bollnow wird 1903 in Stettin, dem heutigen Szczecin (Polen) geboren. Vater und Großvater sind Volks­schul­lehrer. Der junge Bollnow besucht das humanistische Gym­nasium in Anklam (Vorpommern). Als Student geht er zunächst nach Berlin, dann nach Greifswald und Göttingen. Sein wissenschaftlicher Werdegang führt über die theoretische Physik und Mathematik schließlich zur Philosophie und Pädagogik.